SEO und Journalismus. Auf den ersten Blick passen diese beiden Sachen nicht zusammen. Doch weit gefehlt. Gerade im Online-Journalismus ist SEO ein wichtiges Handwerkszeug, um Reichweite zu generieren und sich eine neue Leserschaft zu erschreiben. Im besten Fall werden aus den Lesern zahlende Kunden.

Ob Journalisten es gerne hören oder nicht, sei einmal dahingestellt: Jeder Journalist, der Online einen Text veröffentlicht, betreibt für den Verlag oder seine eigene Webseite Content-Marketing. Viele Kollegen und Kolleginnen halten daher SEO für ein notwendiges Übel. Dabei ist SEO kein Hexenwerk. Gut geschriebene und strukturierte Geschichten sind hierbei schon mehr als die halbe Miete. Wenn es dann noch technisch gut klappt, perfekt.

SEO und Nachrichtenfaktoren erklärt

Dabei muss erst einmal zwischen technischem und Content-SEO unterschieden werden. Technisches SEO beschreibt unter anderem die Ladegeschwindigkeit der Webseite. Ist diese sehr kurz, wird der Inhalt der Seite schnell angezeigt. Das ist ein wichtiger Ranking-Faktor.

SEO im Content-Bereich beschreibt die Struktur sowie den Inhalt einer Seite. Sind Text und Keyword stimmig, gut strukturiert, wird gleichzeitig noch genügend Mehrwert geliefert und passt die Suchintention des Lesers zum Text, ranken die einzelnen Beiträge sehr gut bei Google und Co.

Journalisten veröffentlichen ihre Texte unter gewissen Nachrichtenfaktoren. Dabei stellen sie sich die Frage: „Was ist für meinen Leser interessant? Worüber muss ich ihn informieren?“ So kommen die Nachrichtenfaktoren ins Spiel.

Nachrichtenfaktoren im Journalismus

  • Aktualität
  • öffentliches Informationsinteresse
  • Relevanz
  • Nähe
  • Konflikt, Kampf
  • Dramatik
  • Prominenz
  • Liebe und S**
  • Kuriosität, ungewöhnlicher Ablauf

Ein Journalist recherchiert sein Thema an. Führt Interviews, sammelt Fakten. Das macht Google ebenfalls. So wird nach bestimmten Themen gesucht, die für den Leser relevant sind. Bedeutet, man schreibt den Content nicht für sich oder die Suchmaschine, sondern für den Leser. Das Thema muss schnell erkennbar sein und das Wichtigste muss am Anfang stehen.

Auch für Suchmaschinen sind diese Faktoren entscheidend. Gerade, wenn es sich um ein Nachrichtenportal handelt, crawlen Bots die Seite nach diesen Faktoren. Der Text wird anhand von unterschiedlichen Ranking-Faktoren eingeordnet.

SEO berücksichtigt die E-E-A-T-Formel

Ein wichtiger Faktor ist dabei die Struktur eines Textes. Er muss gut lesbar und verständlich sein. Wichtig ist bei einem Blogbeitrag daher, dass er dies berücksichtigt. Auch die E-E-A-T-Formel muss berücksichtigt werden.

  • E = Experience beschreibt die Erfahrung, die ein Nutzer mit deiner Webseite gemacht hat. Hat ein Nutzer bereits deine Dienstleistung in Anspruch genommen, oder anderweitig positive Erfahrungen mit deiner Webseite gemacht? Oder schreibst du als Autor lediglich Dinge kalt zusammen, ohne den Inhalt je gesehen zu haben? Sprich, hast du genügend Erfahrung, um darüber zu schreiben und deinen Leser darüber zu informieren?
  • E = Expertise beschreibt die Expertise des Autors. In meinem Fall beschreibe ich mich als Expertin zur Texterstellung, da ich als Journalistin das Handwerk des Schreibens beherrsche. Dieses belege ich anhand von meinen Texten im JMagazin und Blog. Hier zeige ich anhand der unterschiedlichen Darstellungsformen, wie ein Text aufgebaut sein muss und gebe Tipps, wie das gelingt.
  • A = Authoritativeness spricht die Autorität in einem Fachbereich an. Sie beschreibt einen hohen Geltungs- und Wahrheitsbereich, an dem sich orientiert werden kann.
  • T = Trustworthiness beschreibt die Vertrauenswürdigkeit der Webseite und des Autors. Laut Google ist es der wichtigste Faktor in dieser Formel. Es bedeutet, dass sich die „Über mich/uns“-Seite am häufigsten angesehen wird und ein Ranking-Faktor ist. Der Inhalt dieser Seite muss zu dem Inhalt der Seite passen.

Wie dein Content der E-E-A-T-Formel entspricht

Außerdem schaut die Suchmaschine ebenfalls, wie über dich gesprochen wird. Gibt es bereits Artikel, in denen du mit deiner Expertise erwähnt wirst oder haben andere Nutzer positive Erfahrungen mit deiner Dienstleistung gemacht? Diese Faktoren haben ebenfalls Einfluss auf dein Ranking.

Zeig also deine Expertise, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Du musst also über dein Business/Dienstleistung sprechen, um gehört zu werden. Nur so wird auch über dich gesprochen und du wirst wahrgenommen.

Genau das machen Journalisten. Sie unterhalten sich mit Menschen, die auf ihrem Gebiet absolute Experten sind und schreiben dies dann in ihrem Text runter. Nur nennen sie es anders. Sie lassen ihr Gegenüber als Experten dastehen und sorgen somit für Vertrauen und Autorität. Hat dem Leser der Text gefallen, kommt er wieder.

Die E-E-A-T-Formel in deinen Content einbauen

Eine Sache vorne weg: Die E-E-A-T-Formel ist lediglich ein Qualitätsmerkmal, an das man sich halten sollte, um bei Google entsprechende Rankings zu erzielen. Das schreibt das Unternehmen selbst in seinen allgemeinen Richtlinien.

Im oberen Teil des Blogbeitrages hast du also gelernt, worauf es bei Texten für das Web ankommt. Nun geht es darum, die beiden Bereiche zusammenzuführen. Aber wie und wo anfangen?

Grundidee zum Thema finden

Am Anfang steht eine Grundidee zu einem Thema. Vielleicht ist es eine Beobachtung, ein Termin oder Feststellung, die zu deinem Thema passt. Es geht dir nicht mehr aus dem Kopf und du beschließt, darüber zu schreiben. Du schaust, wie du das Ereignis auf deine Inhalte projizieren kannst und ob du genügend Erfahrung und Expertise auf diesem Gebiet hast.

Kurzum: Du bedienst dich an den Nachrichtenfaktoren aus dem Journalismus und brichst sie auf deine Inhalte runter. So kannst du dich als Experte mit Erfahrung profilieren und deine Autorität steigern.

Recherche, Recherche, Recherche

Aber bitte nicht blind drauflosschreiben! Sonst geht der Text daneben. Nimm dir die Zeit, eine gründliche Recherche durchzuführen. Sammel alles zu dem Thema und ordne es ein. Dafür kannst du vernünftig und ausführlich googeln. Außerdem helfen dir Portale wie reddit oder answerthepublic.com, welche W-Fragen du in deinem Text beantworten musst. Vergleiche es mit deinen Erfahrungen und schreibe am Ende ein Fazit, in dem du Stellung beziehst.

Wie du richtig recherchierst, habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst.

Keywordrecherche ist ein wichtiger Teil der Texterstellung

In den letzten Monaten habe ich bemerkt, dass die Keywordrecherche zwar immer noch ein wichtiger Teil bei der Texterstellung ist, aber nicht mehr so wichtig. Stattdessen bemerke ich, dass es viel wichtiger ist, auf einem Thema Erfahrung, Expertise und Autorität zu haben, was Vertrauen erweckt.

Mir ist aufgefallen, dass Google sich anhand der Zwischenüberschriften sowie des Inhaltes und einer aussagekräftigen Meta-Beschreibung die passenden Keywords raussucht. Wichtig ist dabei, dass der Inhalt aktuell und ein grobes Keyword vorhanden ist. Dieses gibt der Suchmaschine eine grobe Orientierung. Somit kann sie den Inhalt einordnen und spielt diesen dann auch bei anderen, möglichen Suchintentionen aus, die auf dasselbe Thema anspielen.

Das funktioniert gut bei Nachrichtentexten und Blogbeiträgen. Bei Verkaufsseiten sieht das anders aus. Hier muss genau mit den passenden Keywords gearbeitet werden. Funktioniert ein Keyword nicht, dann muss auf ein anderes gefunden werden, was besser passt und der Text unter Umständen umgeschrieben werden.

Ein einfaches aneinanderreihen von Wörtern mit hohem Suchvolumen, was nicht zum Thema der Webseite passt, funktioniert nicht mehr.

Gemeinsamkeiten von SEO und Journalismus

Diese Einflüsse müssen Texter und Journalisten bei der Erstellung ihrer Inhalte berücksichtigen. Beide betreiben Content-Marketing, ob es ihnen gefällt oder nicht. Es ist für gute Inhalte noch wichtiger, dass diese sauber recherchiert sind. Denn Suchmaschinen können nicht unterscheiden, ob es sich um einen wahrheitsgemäßen Beitrag oder „Fake News“ handelt.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die Struktur des Textes. Bereits in der Grundschule lernen wir, dass ein Text eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss haben muss. Darauf achten SEO-Texter sowie Journalisten ebenfalls. Bei Suchmaschinen stehen gut strukturierte, lesbare und verständliche Texte daher im Vordergrund. Wenn dann noch die Nachrichtenfaktoren und die E-E-A-T-Formel beachtet werden, rankt der Text schon fast von alleine.

Als Journalistin, Online- und Social-Media-Strategin sowie Texterin weiß ich, auf was es im Marketing ankommt: Eine gute Außendarstellung, mit der an sich wohlfühlt.

Hier auf dem Blog gebe ich Einblicke in diese Welten und schreibe aus eigener und fundierter Erfahrung. Ich freue mich auf den Austausch!