In meinem Alltag als Journalistin muss ich Fragen stellen, um Antworten zu erhalten. Mit geschickt gewählten Fragen erhalte ich nicht nur die gewünschten Antworten, sondern auch wichtige Informationen. Dabei decke ich die W-Fragen ab.
Jeder, der auch nur ansatzweise Informationen veröffentlicht, kennt es: Keine Antwort ohne passende Frage. Hier muss natürlich recherchiert werden, damit die Frage zum Thema passt. Hierfür bedient sich der Journalist gerne an den W-Fragen. Diese reichen aus, um das Themenfeld bearbeiten zu können. Denn ein Reporter macht nichts anderes, als über das, was er in Erfahrung gebracht hat, zu berichten.
W-Fragen auch im Kundeninterview verwenden
Im Online-Marketing sind Fragen unerlässlich. Mit Fragen an deinem Kunden zeigst du nicht nur Interesse, sondern erfährst viel über die Person, die Produkte und die Kunden deines Kunden, der dir im besten Fall gegenübersitzt. Du schreibst beispielsweise eine Webseite und bearbeitest die nur grob, weil du nicht die richtigen Fragen gestellt hast. Das Ergebnis ist, der Kunde ist sauer und kauft im schlimmsten Fall nicht mehr bei dir. Einen weiteren Auftrag kannst du vergessen.
Auch in meinem journalistischen Alltag stelle ich Rückfragen bei Themen, in denen mir ein wichtiger Fakt fehlt. Besonders dann, wenn mir mein Gegenüber etwas erzählt, ich aber gerade bei einem anderen Thema bin oder nicht genau weiß, was jetzt gemeint ist. Ich stelle eine Rückfrage und als Antwort kommt dann: „Ja das und das meine ich“ kommt es dann von der gegenüberliegenden Schreibtischseite. Meine Antwort ist dann in der Regel „Ah, jetzt verstehe ich dich auch“.
Kurzum: Überleg dir, ob dein Gegenüber telepathische Fähigkeiten hat oder nicht. In den meisten Fällen hat dein Gesprächspartner keinen siebten Sinn und es benötigt eine kurze Erklärung, was gemeint ist.
Die Lösung: W-Fragen, die im Text beantwortet sind
Warum werden W-Fragen verwendet? W-Fragen sorgen für eine klare Kommunikation, sodass der Text am Ende keine Fragen mehr offen lässt. So kann ich mein Gegenüber gut verstehen. Denn man kann nicht davon ausgehen, dass auch jeder versteht, worüber du gerade sprichst oder bei welchem Thema du bist. Das sind die wichtigsten Informationen, die du erst einmal brauchst, um klar und deutlich zu kommunizieren.
Welche W-Fragen gibt es und wofür werden sie verwendet?
Bereits im Kindergarten lernen wir, wenn wir die Polizei oder Krankenwagen anrufen, dass fünf Fragen beantwortet werden müssen: Wer, was, wann, wie und wo?
Wer: Wer ist betroffen?
Was: Was ist passiert?
Wann: Wann ist es passiert?
Wo: Wo ist etwas passiert?
Wie: Wie ist etwas passiert?
Anhand dieser Fragen kann die Einsatzleitung der Polizei oder Rettungswache erkennen, wie dringend ein Fall ist. Diese Technik machen sich Journalisten ebenfalls zunutze, in sie in Interviews erst einmal diese Fragen abarbeiten. Damit ist der erste Grundstein gelegt, um zu einem Text zu kommen. Im Gespräch hört ein Journalist also aufmerksam zu und stellt die Fragen zum Thema. Natürlich werden sich Notizen gemacht. Aber bei diesen fünf Fragewörtern bleibt es in den meisten Fällen nicht.
Journalisten interessieren sich für Hintergründe, die abseits des eigentlichen Themas sind. Sie hinterfragen eine Intention. Gibt eine Frage nicht die gewünschte Antwort, so kann es passieren, dass sie die Frage noch einmal an anderer Stelle des Gespräches stellen und sie anders formulieren. Eine Frage nach der Intention einer Handlung kann sein „Weshalb machst du XY?“ oder auch „Wieso ist das XY passiert?“. Um persönliche Einstellungen zu hinterfragen, gibt es ebenfalls das Wort „Warum“.
Weitere W-Fragen
- Wer?
- Wem?
- Wen?
- Wessen?
- Wie?
- Wann?
- Wo?
- Welche?
- Was?
- Wobei?
- Womit?
- Woran?
- Wohin?
- Weshalb?
- Warum?
- Wieso?
- Worauf?
- Worum?
- Wovor?
- Wodurch?
- Woher?
- Weswegen?
- Woraus?
Wie muss ein Text aufgebaut sein, damit er möglichst viele Fragen beantwortet?
Um einen Text anhand von den Fragewörtern zuschreiben, benötigt es etwas Übung. Zwar haben wir in der Schule gelernt, wie diese am besten aufgebaut sein sollen, aber man vergisst vieles. Daher ein kleiner Exkurs, wie Texte aufgebaut sein sollen, damit sie in einer Caption für beispielsweise einen Social-Media-Post funktionieren.
Einleitung des Textes
Die Antworten zu „was, wann, wo, wer?“ gehören in die Einleitung. Sie beschreiben grob den zu erwartenden Text und sortieren ihn ein. Als Grundlage kann eine aktuelle Beobachtung oder Ereignis dienen. So kann der Leser einordnen, ob der Text passend für ihn ist. Bei einem Online-Text kann ein Inhaltsverzeichnis helfen, dem Leser den ersten Überblick über den Text zu geben, ohne die ganzen Zeilen anhand der Zwischenüberschriften zu scannen und dann zu lesen. Mit dem Inhaltsverzeichnis beantwortest du also schon die erste Frage nach dem Inhalt des Beitrages.
Hauptteil eines Textes
Nun hat dein Leser einen groben Überblick über das Thema und du musst liefern. Mit den Fragen „Was, wie und warum“ beschäftigst du dich im Hauptteil deines Textes. Du gehst ins Detail und beschreibst das Thema genauer. Entsprechend kannst du hier alle Fakten einordnen, beschreiben und erläutern. Wichtig ist dabei, dass du dich nicht wiederholst.
Schluss des Textes
„Welche Folgen hat das für deinen Leser?“ Diese Frage beantwortest du im Schlussteil des Textes. Du ziehst ein Fazit zu dem, was du in den oberen Abschnitten erklärt hast.
Was W-Fragen dir beibringen
Die W-Fragen liefern also Antworten auf Informationen zu einem bestimmten Themengebiet. Mit einer Beantwortung dieser Fragen kannst du deinen Content gut erstellen, denn Google liefert mit der richtigen Fragestellung die passenden Antworten. So kommt es nicht zu Missverständnissen, sondern du sprichst das Problem deiner Leser richtig an, in dem du ihnen die passenden Antworten lieferst.
Im Fall der Stellenanzeige wäre es besser gewesen, klar und deutlich zu schreiben, dass es sich um eine Vollzeitstelle handelt. Dann hätte ich mich nicht beworben.